Geschichte

Eine Einkaufs-Chronik zwischen 1970 und 2010


Die Geschichte des DEZ Einkaufszentrum Innsbruck spannt sich über die für die Kunden ungewohnte Einkaufswelt der 70iger Jahre hin zum liebgewonnen vertrauten Shoppingcenter des neuen Jahrtausends.

Marktplätze waren schon immer bei den Menschen beliebt. Ob wirklich im Freien, wie man sich Märkte vorstellt oder als Basare oder als Warenhäuser oder eben in neuster Form als Shopping Center. Revolutionäres entsteht nicht über Nacht. Auch mit dem DEZ war es so, wie mit vielen anderen Erfindungen oder Neuerungen. Weil 1970 für die neue Einkaufswelt am Stadtrand von Innsbruck die Zeit noch nicht gekommen war, wurde es von den Kunden argwöhnisch beäugt und in den ersten Jahren nicht wirklich angenommen.

Auf die Idee einen neuen Standort für den Einzelhandel zu entwickeln und damit an den Stadtrand zu ziehen, kam Walter Hess. Der aus Nürnberg stammende Unternehmer hatte Österreich schon in den 60iger Jahren zur Wahlheimat erkoren. „Mein Vater hatte im Land Salzburg gelebt. Als erfahrener Händler und Projektentwickler mit Erfahrung in Bayern wurde er von verschiedenen Seiten angeregt, in Österreich ein Einkaufszentrum zu realisieren", erinnert sich Hannes Hess, Geschäftsführer der DEZ Einkaufszentren GmbH. Salzburg und Innsbruck waren in der engeren Wahl. Innsbruck machte das Rennen. Die Entscheidung für den Tiroler Standort fiel 1968.

Innsbruck machte das Rennen. Am Tag der Eröffnung des ersten Einkaufszentrum Österreichs am 24. September 1970 war in der Tiroler Tageszeitung zu lesen: „Einkaufen wie im Jahr 2000". Und diese Einschätzung hat in Jahren gemessen mehr als nur die 30 Jahre bis zur Jahrtausendwende überstanden. Zum 40-jährigen Jubiläum präsentiert sich das DEZ im Jahr 2010 sicher und vertraut und gleichzeitig modern und zeitgemäß. 25.000 Kunden und mehr bestätigten täglich, dass das DEZ immer mit der Zeit gegangen ist und als beliebtestes Einkaufszentrum Tirols gilt.

Bildet das DEZ heute den Mittelpunkt eines Stadtteils mit sozialen Komponenten, war es 1970 tatsächlich ein eindimensionales viereckiges Gebäude am Stadtrand. „In Europa und so auch bei der Errichtung des DEZ stand der Versorgungsgedanke, das sogenannte One Stop Shopping im Vordergrund. Die soziale Komponente wurde damals zu wenig beachtet."

Dass das DEZ aber als Bindeglied zwischen den Stadtteilen Amras und Rossau entstehen konnte, hat für die Stadt auch heute noch entscheidende Vorteile. Es ist die Steuerpflicht, die allen Bürgern zugute kommt. „Häufig stehen die großen Shoppingcenter in Österreich in den jeweiligen, kleineren Nachbargemeinden", erläutert Hannes Hess dazu. Die Stadt hat in diesen Fällen den Kaufkraftabfluss und den Verkehr, aber keine Einnahmen. Beim DEZ ist das anders. "Der damalige Bürgermeister Alois Lugger hat die weitrechende Bedeutung der Errichtung des DEZ erkannt und wollte – weit vorausschauend - dass diese Kaufkraft nicht an die Nachbargemeinden verloren geht."

Tirol als Vorbild für Österreich. Erst sechs Jahre nach der Eröffnung des DEZ entstanden in Österreich die nächsten Shopping Center - in Wien das Donaueinkaufszentrum und in Vösendorf die Shopping City Süd. „Die Agglomeration der Handelsflächen, heute im Shopping Center früher am Marktplatz oder im Bazar hat sich beim Kunden als beliebteste Einkaufsform durchgesetzt. Und zwar in allen Ländern und Kontinenten der Erde", fasst Hannes Hess die Erfolgsgeschichte von Einkaufszentren zusammen. Gab es in Amerika bereits in den 30iger Jahren die ersten Shoppingcenter – der Erfinder war ein Österreicher – Victor Gruen - war Europa in den 60iger Jahren diesbezüglich noch eine weitgehend unbeschriebene Landkarte.

Handelsprofis aus Europa, die in dieser Zeit Amerika bereist haben, waren beeindruckt von der „kundenfreundlichen Vielfalt der Läden". So auch Walter Hess. Es reizte ihn „so etwas auch in Deutschland und Österreich zu erstellen". Es sollte aber eine europäische Variante der amerikanischen Shopping Center werden. Und da erinnerte man sich an die Warenhäuser, die seit dem 19. Jahrhundert in Europa Furore gemacht haben. Als „Paradies der Damen". Walter Hess nannte seine Erfindung „Gemeinschaftswarenhaus".

Kooperative mit vielen Einzelhändlern. „Es sollte nach dem Vorbild der herkömmlichen Warenhäuser funktionieren mit dem Unterschied, dass es sich um eine Form der Kooperative handelte mit vielen Einzelhändlern unter einem Dach", so Hannes Hess. "Mein Vater war ja in erster Linie Einzelhändler und kein Immobilienspezialist. Er wollte die Stärken der regionalen Einzelhändler, deren Kompetenz und Kundenorientierung in einem gemeinsamen Haus zusammenführen. Im Gegensatz zum anonymen Warenhaus."

Neben den Eindrücken in den USA waren für DEZ-Gründer Walter Hess die Kundenfrequenz in seinen Möbelgeschäften Anstoß für diese Überlegungen. „Die Umsätze waren gut, bei der Hausstandsgründung hat man damals die Möbel für das ganze Leben eingekauft, aber die Besucheranzahl war gering. Also war die Frage, wie kann es gelingen, die Kunden häufiger zum Besuch des Möbelhaus zu animieren. IKEA hatte dies u.a. über die Wohnaccessoires gelöst. Mein Vater hatte die Idee, das Möbelhaus im Verbund mit anderen Handelsgeschäften wie z.B. Bekleidung, Lebensmittel, etc. zu stellen – also in ein Einkaufszentrum."

Shopping Center verdrängt Warenhaus. Anhand der Geschichte des DEZ Einkaufszentrum von seiner Gründung 1970 bis zum 40-jährigen Jubiläum 2010 zeigt sich ganz deutlich, dass das Shopping Center tatsächlich dem Warenhaus überlegen ist und diese verdrängt hat. „Zuerst haben die Warenhäuser mit Shop in Shop Lösungen noch teilweise versucht den Shopping Centern ähnlicher zu werden, aber letztendlich war auch das keine klare Ausrichtung." Aber auch das Gemeinschaftswarenhaus hatte einen entscheidenden Geburtsfehler. „Es fehlte innerhalb des Hauses der Wettbewerb, die harte Konkurrenz unter den Händlern. Die ursprüngliche Form des amerikanischen Shopping Centers hat sich also die erfolgreichste herausgestellt."

Dass auch im DEZ der 70iger Jahre der Wettbewerb gefehlt hat stellte sich erst nach und nach heraus. „Das DEZ war für damalige Verhältnisse sehr groß, für heutige viel zu klein. Die meisten Sortimente waren nur einmal vertreten. Viele Händler hatten Konkurrenzschutz. Die meisten Geschäfte waren nur die kleinen Ableger der kompetenten Großfläche in der Innenstadt. Internationale Filialisten gab es noch nicht. Das war noch nicht die Grundlage für einen Erfolg."

Durchbruch mit Hettlage und Quelle. Acht Jahre lang waren die Ergebnisse der Geschäfte im DEZ nicht befriedigend - nicht leicht auch für die ersten Mieter Hervis Mode, Schuhe Laner, Vita Center Lebensmittel, Wertmöbel, Pollo Raumausstattung und Elektrocenter. Kundenfreundlich jedoch war das DEZ von der ersten Stunde an. Klare und einfache Wegweiser halfen sich zurechtzufinden. Kunden mussten bloß den Schildern mit der Aufschrift „Alles für den täglichen Bedarf unten, Alles zum Anziehen oben links, Alles zum Wohnen rechts" folgen. Auch die Preispolitik stimmte.
Das DEZ wurde als „Diskont-Einkaufszentum" eröffnet, hat sich also dem preisorientierten Einkauf gewidmet. Niedrige Preise erfordern eine niedrige Kostenstruktur. Daher wurden damals auch der Bau und die Ausstattung bewusst einfach gestaltet. 1979 gelang schließlich mit der Übersiedlung des Quelle Kaufhauses aus der Innenstadt in das DEZ und dem ersten Modehaus von Hettlage in Österreich der Durchbruch.

Was Gründer Walter Hess in Innsbruck begonnen und zu einem soliden Handelsstandort ausgebaut hat, hat Sohn Hannes Hess mit der Übernahme der Geschäftsführung im Jahr 1986 zu einem topmodernen Shoppingcenter in die Jahrtausendwende geführt. Der Weg an die Spitze des DEZ erfolgte für den jungen Hannes Hess über viel Handelspraktika. Im Herzen Einzelhändler hat der Vater seinen Sohn diesen Lebensweg vorgezeichnet. Nach Abschluss des Studiums und der Praktika kam Hannes Hess als 26-jähriger nach Innsbruck und übernahm ein in Insolvenz gegangenes Elektrogeschäft im DEZ. Hannes Hess hat den Betrieb fortgeführt, saniert und die Sortimente durch Leuchten und Wohnaccessoires ausgeweitet. Daneben sammelt Hess jun. in der Verwaltung des DEZ Erfahrungen als kaufmännischer Leiter und übernimmt 1986 die alleinige Geschäftsführung vom damaligen Direktor Leonhard Haas, der die Aufbauarbeit der ersten Jahre im DEZ geleistet hat.

ECE und DEZ verbindet Handelsgeschichte. 1969 gründete Werner Otto mit dem „Franken-Zentrum" in Nürnberg eines der ersten deutschen Shoppingcenter. 2009 feierte das „Franken-Center-Nürnberg" das 40-jährige Jubiläum. Kannten sich schon Werner Otto und Walter Hess , kreuzten sich auch branchenbedingt die Wege der Nachkommen der Gründer-Generation. Alexander Otto leitet, die von seinem Vater Werner gegründete ECE – der europäischen Marktführer für Einkaufszentren. Um die Zukunft des DEZ als Standort abzusichern, hat Hannes Hess Alexander Otto eingeladen, sich am DEZ zu beteiligen. „Mit der ECE-Gruppe hatte und habe ich einen sehr kompetenten Partner an meiner Seite, dem Marktführer in Projektentwicklung, Vermietung und Centermanagement."

Für die Zukunft wünscht sich Hannes Hess, dass sich die Ziele und Aktivitäten des DEZ, die sich in Vergangenheit als erfolgreich erwiesen haben, weitergeführt aber auch ständig den Erfordernissen angepasst werden. „Handel ist Wandel. Das DEZ wird auch sich auch weiterhin dem Wandel stellen und immer wieder Neues erfinden und ausprobieren. Shoppingcenter werden auch weiterhin eine Erfolgsgeschichte schreiben", ist Hess überzeugt. „Es ist die Überlegenheit des Konzepts, es ist ein moderner Marktplatz. Angelehnt an alte Handelstraditionen. Das Shoppingcenter bietet den kleinen Anbietern die gleichen Chancen wie den großen Filialisten, die als Magnetbetriebe dafür sorgen, dass die Kunden das Shopping Center gerne und häufig besuchen."

Rückfragehinweis:
DEZ Einkaufszentren GmbH
Dkfm. Hannes Hess
DEZ Geschäftsführung
Amraser-See-Str. 56a
6029 Innsbruck
Tel. 0512/325-207
http://www.dez.at

Öffentlichkeitsarbeit: Redaktion & Kommunikation, Barbara Egger, Tel. 0664-380 5945

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